Thank God it’s Monday

Montag. Es ist 8 Uhr morgens und ich sitze in der Bahn auf dem Weg zum Büro. Die Sonne lacht – ganz im Gegensatz zum Großteil meiner Mitreisenden. Sie wirken gelangweilt, müde und auf eine gewisse Weise gefangen. Gefangen im Arbeitsalltag. Man sieht ihnen an, wie sie sich schon jetzt nach dem Freitag sehnen.

„Das Reich der Freiheit beginnt da, wo Arbeit aufhört.“

So weit, so Marx. Aber warum ist das noch immer so? Haben meine Mitreisenden noch nicht von der „guten Arbeit“ gehört?

Die „gute Arbeit“

Wir streben nach dem „guten Leben“. Dazu passend wollen wir selbstverständlich die „gute Arbeit“. Aber was genau ist diese „gute Arbeit“? Thomas Vašek geht in seinem Buch „Work Life Bull Shit“ bei guter Arbeit von drei Dimensionen aus:

  1. Sie entspricht unseren jeweiligen Kriterien und Standards im Hinblick auf Effizienz und Qualität
  2. Sie ist ethisch gut, weil sie unsere Fähigkeiten erweitert und zu einem guten Leben beiträgt
  3. Sie ist moralisch gut, weil sie zur Befriedigung unserer eigenen Bedürfnisse beiträgt

Innere Kündigung

„Gute Arbeit“ wird mittlerweile als Dienstleistung eines Unternehmens gesehen, die an jeden Arbeitnehmer gerecht verteilt werden muss. Dabei wird häufig vergessen, dass ein Wirtschaftsunternehmen keine Spaßproduktionsmaschine ist. Kein Job der Welt kann immer nur Freude bereiten. Wenn die „gute Arbeit“ nicht auf Anhieb gefunden wird, stellt sich uns schnell die Existenzangst in den Weg. Wir beginnen einen Job, der lediglich auf die monatliche Lohnabrechnung reduziert wird und möglichst schlüssig unseren Lebenslauf komplettiert. Langsam aber sicher wird die Arbeit als etwas Negatives betrachtet. Die Sehnsucht nach dem Wochenende beginnt bereits am Montagmorgen und der Arbeitseinsatz wird auf ein gerade noch vertretbares Maß reduziert.

„Manche werden von ihren Jobs so sehr unterfordert, dass sie es nebenbei locker schaffen, das ‚Ende des Internets‘ zu erreichen“

Man spricht bei diesem Phänomen auch von einer „inneren Kündigung“. Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Gallup haben 15 % der Arbeitnehmer in Deutschland bereits innerlich gekündigt. 70 % der Befragten machen lediglich Dienst nach Vorschrift und sind emotional nur gering an ihr Unternehmen gebunden.

Eigene Verantwortung

Wenn wir nur aufgrund von Existenzängsten und aus Bequemlichkeit in einem Job bleiben, verschwenden wir die Hälfte unserer Lebenszeit. Wir sollten uns die Frage stellen, ob wir unser Leben lang einen bedeutungslosen Job ausführen wollen, um dann in unserer Rente unser Glück zu finden. Warren Buffett hat eine klare Antwort auf diese Frage:

„Taking jobs to build up your resume is the same as saving up sex for old age.“

Wir sollten aufhören, Arbeit als etwas zu sehen, das wir lediglich für den Chef tun. Es ist unsere Arbeit und unser Leben. Das eine ist ein wichtiger Teil des anderen. Gebt eurer Arbeit die Persönlichkeit, die ihr zusteht. Oder findet einen Job, bei dem ihr eure Fähigkeiten und Potenziale besser einbringen könnt. Sucht nach der „guten Arbeit“. Denn wir haben die Wahl. Die Welt steht uns offen wie nie zuvor. Wir müssen lediglich die Verantwortung für unsere Arbeit selbst in die Hand nehmen. Wenn du dich traust, deine „gute Arbeit“ zu suchen, steht dir ein erfüllteres Leben bevor.

„Ohne gute Arbeit gibt es auch kein gutes Leben.“

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.