Kollege Hund – Grundregeln für eine erfolgreiche Zusammenarbeit (Teil II)

Ich erlebe einen Hund im Büro als große Bereicherung für alle. Damit das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier funktioniert, sind allerdings auch klare Regeln notwendig – für beide Seiten! Denn bei Hunden ist es ein bisschen so wie bei kleinen Kindern: Besonders schnell lernen sie das, was sie eigentlich nicht sollen.

Es gibt daher ein paar Grundregeln, die unbedingt eingehalten werden sollten.

1. Rangordnung des Rudels

Selbstverständlich gibt es auf der Arbeit einige Situationen, in denen Frida „funktionieren“ muss. Sie soll zum Beispiel nicht bellen, wenn es an der Tür klingelt. Außerdem soll sie sich ruhig verhalten, wenn ein wichtiges Telefonat ansteht. Und manchmal soll sie einfach auf ihrem Platz bleiben. All das hat sie am ersten Tag gelernt. Ein paar Tricks aus der Hundeschule haben selbstverständlich dabei geholfen.

Das Hunde Rudeltiere sind, weiß jeder. Was das bedeutet, wissen nicht alle. Ein Studium über das Wesen eines Hundes ist aber auch nicht nötig. Für den reibungslosen Ablauf im Arbeitsalltag muss jedem (inklusive Frida) nur bewusst sein, an welcher Stelle sie steht: ganz unten. Frida ist das rangniedrigste Mitglied in unserem Rudel (Team).

Das mag hart klingen, ist es aber nicht. In der Natur ist das einfach so. In einem Rudel gibt es eine natürliche Rangfolge. Wer unten ist, macht was ranghöhere Mitglieder wollen. Und aus Sicht von Frida sind wir im Büro ein Rudel. Das Wissen darüber erleichtert vieles. So können die Menschen festlegen, wo ihr Revier ist und wann sie sich unterzuordnen hat.

2. Plan B – für alle, die keine Hunde mögen

Klar, nicht jeder mag Hunde. Für diesen Fall habe ich einen Plan B. Wenn ich es vorher weiß, muss Frida direkt auf ihrem Platz bleiben. Erfahre ich es erst bei der Begrüßung, dann muss sie sofort dorthin ausweichen. Das funktioniert immer problemlos. Meine Erfahrung ist jedoch, dass das sehr selten vorkommt. Die Anzahl positiver Reaktionen überwiegt die Ablehnung um ein Vielfaches.

3. Betteln gibts nicht

Ein einfaches Beispiel, bei dem sich diese Kenntnis als hilfreich erwiesen hat, ist das Thema „Essen“. In freier Wildbahn wäre es selbstverständlich, dass zuerst der Anführer an die Beute darf. Erst wenn er/sie satt ist, gibt es etwas für den Rest. Bettelnde Hunde sind daher nicht natürlich. Und es ist auch nicht unfair, selber zu essen und dem Hund nichts abzugeben.

In unserem Alltag ist es also ganz normal, dass Frida von meinem Teller nichts bekommt. Das weiß sie und versucht es entsprechend auch nicht. Aber genauso schnell oder noch schneller lernt sie, wenn ihr jemand doch etwas gibt. Weil ich nicht möchte, dass sie bettelt und das als stressig für beide Seiten empfinde, lege ich immer großen Wert darauf, dass sich alle an diese kleine Regel halten.

Fazit: Ein Hund im Büro ist mehr als ein hipper Trend

Bei Google hat man sich offensichtlich etwas dabei gedacht, als man zur Dog Company wurde. Viele andere Unternehmen sind ebenfalls bereits auf den Hund gekommen. Und gefühlt werden es immer mehr.

Mit etwas Hundekunde, die meiner Meinung nach jeder Halter aus eigenem Interesse sowieso haben sollte, lässt sich jede Lage lösen. Wir hatten bisher auch nie Probleme, die Basics an Kollegen zu vermitteln. Ich erlebe täglich, dass es nicht einfach nur ein hipper Trend ist. Ein Hund im Büro ist nicht nur gut fürs Image oder dafür, dass man ein süßes Bild und einen lustigen Titel auf der Homepage veröffentlichen kann. In Bezug auf Frida kann ich sagen, dass sie eine echte Aufgabe erfüllt. Sie fördert viele Dinge, die sich Arbeitgeber sicherlich wünschen. All ihre Tätigkeiten erledigt sie mit purer Freude. Und das Beste ist: Sie verschenkt das alles. Jede/r kann sich so viel nehmen, wie er/sie möchte.

Leider antwortet sie nicht, wenn ich sie frage, warum sie das macht. Mein Gefühl sagt mir jedoch, dass es ihre Art ist, dankbar zu sein – dankbar dafür, dass sie dabei sein darf.

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